Soforthilfe an der staatlichen Grundschule “Taimanee Motawisata Qalai Fatula” (Kabul 2004)
Am 18. September 2004 habe ich mit Ruhina, einer ehemaligen Lehrerin ihre frühere Schule besichtigt. Das Bild, das sich mir bot, war ein völlig heruntergekommenes Haus, ein staubiger und dreckiger Hof, der auch als Unterrichtsraum dient. Die meisten Schüler saßen auf dem Boden. Der Hof war in verschiedene Klassen eingeteilt, die Tafeln im Hof waren an der Mauer befestigt. Es war sehr laut, die Klassen saßen dicht gedrängt nebeneinander.
Im Gebäude selbst wurde auch im Treppenhaus, in den Fluren und in allen Zimmern unterrichtet. Ein Zimmer war das Lehrerzimmer. Hier wurde ich dem Schulleiter vorgestellt, der folgende Angaben über diese Schule machte:
Die Schule ist eine Grundschule für Jungen und Mädchen. Es werden 91 Klassen in Schichten unterrichtet, davon 1761 Mädchen und 2039 Jungen. Die Mädchen können hier bis zur 6. Klasse, die Jungen bis zur 9. Klasse den Unterricht besuchen. Die Mädchen müssen danach auf eine Mädchenoberschule, die es auch in Taimanee gibt. Die Schülerinnen und Schüler kommen aus allen möglichen Vierteln Kabuls. Die Mädchen haben immer vormittags Unterricht, die Jungen nachmittags.
Ich konnte mich davon überzeugen, dass es dieser Schule in Taimanee, in einem der auch heute noch besseren Viertel Kabuls, an allem mangelt. Neben den unzulänglichen Bedingungen fehlte es auch vielen Schülerinnen und Schülern an einer Grundausstattung an Lernmitteln. Es ging mir darum, möglichst schnell während meines zweimonatigen Aufenthalts, unbürokratisch und effizient eine kleine Direkthilfe zu leisten.
Dank schneller und prompter Hilfe von Freunden, Kolleginnen und Kollegen kamen 1000 Euro zusammen.
Für 16.250 Afghani (ca. 300 Euro) habe ich im Bazar in Kabul je 1000 Hefte, Bleistifte, Kugelschreiber, Radiergummis und Anspitzer gekauft.
Am 4. Oktober wurden die Hefte und Stifte an die ärmsten Kinder jeder Klasse verteilt. Jeder Lehrer hatte vorher eine Liste über die ärmsten Schüler seiner Klasse erstellt.
Von dem Rest der Summe wurden 40 Tische und Bänke mit je 3 Sitzplätzen angefertigt. Diese wurden nach Fertigstellung am 14. Oktober in der ganzen Schule verteilt. Der Schulleiter ließ sie nicht im Hof aufstellen, da er befürchtete, dass sie der kommenden Witterung im Herbst und Winter (Regen und Schnee) nicht standhalten.
Im Namen der Schule allen, die diese Soforthilfe ermöglicht haben:
HERZLICHEN DANK!!!
Susanne Sayami
November 2004
“Taimanee Motawisata Qalai Fatula” (Kabul 2005)
Wieder hatte ich von Spendern 1100 Euro für eine Direkthilfe in der Tasche. Nach eriner erneuten Besichtigung der Schule und einem Gespräch mit dem Direktor entschieden wir gemeinsam mit Ruhina, der ehemaligen Lehrerin, weitere Tische und Bänke anfertigen zu lassen. Ruhina organisierte einen Tischler, der bis zum Ende meines Aufenthalttes Anfang Juni 2005 wieder 40 Tische für je drei SchülerInnen mit dazugehörigen Bänken anfertigte und in die Schule brachte.
Im Namen der Schule
HERZLICHEN DANK!!!
Susanne Sayami
Juni 2005



super super weiter so ich werde für eure arbeit beten