WAISENHAUS TUTAKHEL IN KABUL
Dr. Abdul Ghafar Tutakhel, ehemaliger Schüler der Nedjat-Schule (seit 1973 Amani-Oberrealschule) spricht immer noch sehr gut Deutsch. Nach einem Medizinstudium in Kabul und Moskau war er einige Zeit als Dozent an der Polytechnischen Universität in Kabul tätig. Tutakhel engagierte sich immer wieder für notleidende Afghanen, die Opfer des Krieges geworden waren. Er arbeitete ein Jahr mit seiner Frau in Ghazni und Paktia in Flüchtlingslagern und versuchte auf das Leiden der Menschen aufmerksam zu machen.
Nachdem er zwei Jahre während des Najibullah-Regimes (1989 - 1992) im Gefängnis saß, entschloß er sich nach seiner Freilassung aus seinem Vaterhaus in Kabul eine Waisenschule zu errichten. Selbst als die Taliban kamen, gab er nicht auf. Auch in dieser Zeit wurder er mehrfach ins Gefängnis gebracht, zumal er auch Mädchen unterrichten ließ. Mit bescheidenen Mitteln hat er Unterrichtsräume ausgestattet. Studenten, die ehrenamtlich unterrichten, alphabetisieren die Kinder und geben je nach Niveau auch Englisch-, Mathe- und Persischunterricht. In einer kleinen Küche versucht er - sofern er genügend Essensvorräte hat - den Kindern eine warme Mahlzeit pro Tag zu kochen.
Tutakhel hat über jedes Kind eine Akte angelegt. Er hat alle Daten über die Kinder, die zu ermitteln waren, aufgeschrieben. Die Kinder kommen hauptsächlich aus den umliegenden Vierteln und sind Waisen oder Halbwaisen. Tutakhel möchte vor allem die Unabhängigkeit seiner Einrichtung bewahren, so hat er zu jedem Kind eine persönliche Beziehung und kennt die Verhältnisse und Schwierigkeiten der Kinder. Daher lehnt er Hilfsangebote, die seine Mitbestimmung gefährden, ab. Er hält seine Einrichtung mit kleineren, privaten Geld- und Sachspenden über Wasser.
Im Herbst 2004 fuhren Tutakhel und ich gemeinsam einen Tag in Kabul zu verschiedenen Bazaren, um Holz und Essen für den bevorstehenden Winter einzukaufen. Mit einer Schubkarre wurden im Bazar in der Altstadt Berge von Spaghetti, Tomatensaft, Öl, Trockenmilch und vieles mehr eingekauft. Tutakhel meinte, dass er mit diesen Mengen den Kindern im Winter täglich eine Mahlzeit zubereiten und auch die Öfen beheizen kann. Das alles mit nur 200 Euro, die ich ihm spontan aus meiner Reisekasse zur Verfügung stellte!
Bei einem erneuten Besuch in 2006 besuchte ich Dr. Tutakhel und er erhielt wieder eine kleine Direkthilfe von 300 Euro von einer Arbeitskollegin, die er auch dieses Mal für Essenvorräte ausgeben wird.
Susanne Sayami
Sehen Sie sich zur Soforthilfe im Waisenhaus Tutakhel Videos an


salam
ich finde es toll und habe selber vor nach meinem abitur und meinem studium ein waisenhaus in afghanistan kandahar zu eröffnen, und ich glaube ich werde mal dr. Tutakhel und einige andere Organisationen, die ein waisenhaus eröffnet haben, zusammensetzen und um rat fragen!
Möge Gott mir beistehen , sodass ich meinen Traum erfüllen kann!
Aber ich finde es immer toll, wenn menschen hilfsbereit sind!